
Werner-von-Siemens-Ring 2026 für Medtech-Pionier
In dieser Woche wurde Dr. Thorsten Sieß, EVP Managing Director & CTO im Bereich Heart Recovery von Johnson & Johnson MedTech, mit dem 43. Werner-von-Siemens-Ring ausgezeichnet. Sieß entwickelte die kleinste Herzpumpe der Welt, mit der die Herz-Kreislauf-Funktion von Menschen mit akuter Herzinsuffizient minimalinvasiv unterstützt werden kann.
Schon Anfang der 90er Jahre begann Thorsten Sieß im Rahmen seiner Promotion in Aachen mit der Entwicklung der Blutpumpe. Das Ergebnis seiner hartnäckigen Arbeit ist IMPELLA™, die kleinste Herzpumpe der Welt. Sie kann bei Bedarf die Pumpfunktion des Herzens komplett oder teilweise übernehmen und entlastet so die Herzkammer des Patienten. Das Herz kann sich ausruhen, der Blutkreislauf wird stabilisiert und die Blutversorgung der Organe aufrechterhalten. Dabei hat der namensgebende integrierte Impeller, der den Blutfluss gewährleistet, nur wenige Millimeter Durchmesser.
Die Produktion der Pumpen ist in Aachen angesiedelt. Hier werden mehr als 700 Pumpen wöchentlich hergestellt. Die erste Patientin wurde 1999 erfolgreich mit der IMPELLA™ Herzpumpe behandelt, inzwischen sind es weltweit mehr als 400.000 Patientinnen und Patienten. Die IMPELLA™ Produktfamilie wird sowohl in der Notfallmedizin als auch bei komplexen Koronarinterventionen eingesetzt.
Prof. Cornelia Denz, Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring, würdigte den diesjährigen Preisträger: „Von Herzen für das Herz: Mit seiner bahnbrechenden Innovation der weltweit kleinsten Herzpumpe gibt Thorsten Sieß Patientinnen und Patienten weltweit neue Hoffnung. Er zeigt mit seiner Erfolgsgeschichte, wie beeindruckende Forschung durch unternehmerisches Denken und Handeln den Transfer vom Labor zu den Menschen schafft und dabei wirtschaftliche Wertschöpfung in Deutschland generiert. So ist er ein würdiger Preisträger im Sinne des forschenden Unternehmers Werner von Siemens.“,
Der Werner-von-Siemens-Ring wird seit 1916 verliehen. Er gilt als wichtigster deutscher Technikpreis und ist seit 2024 mit 100.000 Euro dotiert. Zu den Preisträgern gehören unter anderem Stefan Hell (Nano-Mikroskopie) sowie Uğur Şahin, Özlem Türeci, Christoph Huber und Katalin Karikó (mRNA-basierte Wirkstoffe).

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Grafik: Fan Nan, KIT
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